Integrative Krippengruppe im Kindergarten St. Stephanus nimmt zum 1. Februar Betrieb auf
Lückenlose Integration in der Kinderbetreuung kann jetzt die Gemeinde Wallenhorst anbieten. Denn zum 1. Februar startet im Kindergarten St. Stephanus im Wallenhorster Ortsteil Hollage eine integrative Krippengruppe. Darin werden Kinder im Alter von unter drei Jahren mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut.
Das endgültige Okay kam am Mittwoch (20. Januar) direkt aus dem Niedersächsischen Kultusministerium. Eine Woche später am Mittwoch (27. Januar) trafen sich die Verantwortlichen des Kindergartens, der Kirchengemeinde St. Josef Hollage als Träger und der Gemeinde Wallenhorst im Kindergarten, um dessen Leiterin Angelika Uhlen zu gratulieren.
Genehmigt ist die integrative Gruppe als Modellprojekt, das zunächst bis zum 31. Juli 2012 mit wissenschaftlicher Begleitung läuft. Dabei werden zehn Kinder ohne und drei mit Behinderung aufgenommen. Für die entsprechenden Plätze sind bereits Kinder angemeldet.
Aus der jetzigen Krippengruppe wird bald eine integrative Krippengruppe. Die Beteiligten freuen sich darauf.
Dass das Ministerium für das Modellprojekt gerade St. Stephanus auswählte, überrascht nicht. Schließlich arbeitet die Einrichtung schon seit elf Jahren mit integrativen Gruppen. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen hatte sich Angelika Uhlen schon lange überlegt, wie das integrative Angebot auf unter Dreijährige ausgeweitet werden kann.
Denn für behinderte Kinder unter drei gab es bislang keine Krippenplätze. Eltern waren statt dessen auf die Frühförderung angewiesen, die ein- oder zweimal wöchentlich ins Haus kommt.
In St. Stephanus ändert sich das jetzt. Die integrative Krippengruppe wird die Kinder werktags von 8 bis 13 Uhr betreuen. Die Kirchengemeinde stellt eigens dafür eine heilpädagogische Fachkraft ein. Die Personalkosten für die Vollzeitstelle übernimmt der Landkreis Osnabrück.
„Bei der Vorbereitung habe ich von allen Seiten Unterstützung erfahren“, bilanzierte Angelika Uhlen, „das macht Mut und macht einen stark in der Umsetzung des Projektes.“ Bürgermeister Belde sagte: „Die Gemeinde und die Kirchengemeinde können stolz auf die Beteiligung an diesem Projekt sein.“ Für Wallenhorst sei dies der letzte noch fehlende Baustein gewesen; nun biete die Gemeinde integrative Betreuung durchgängig von der Krippengruppe bis zum Schulabschluss. „Jetzt wollen wir aus den künftigen Erfahrungen lernen, um die integrative Betreuung auch flächendeckend in allen Ortsteilen verwirklichen zu können“, formulierte der Bürgermeister das nächste Ziel. Auch Erste Gemeinderätin Karin Rodeheger als zuständige Fachbereichsleiterin würdigte die Pionierarbeit, die St. Stephanus in den kommenden zweieinhalb Jahren leisten werde.