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Vergnüglich bis nachdenklich: Von Schrumpfgermanen und Gänsebraten Er ergriff Partei, eckte an und beschrieb mit spitzer Feder Wilhelminisches Kaiserreich, Nationalsozialismus und Nachkriegszeit. Dass die Texte Erich Kästners indes bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben, bewies der Aachener Kabarettist Hans Georgi am Donnerstag (7. Mai) bei seinem Programm „Die Welt ist rund“ im Hof Duling. Veranstalterin des Kabarett-Abends, zu dem rund 60 Interessierte kamen, war die Gemeinde Wallenhorst.
Ob die Gentechnologie, Gesundheitsreform oder Arbeitslosigkeit, die Georgi mit „Durch das Gesund-Schrumpfen der Unternehmen haben wir jetzt 4,5 Millionen Schrumpfgermanen“ umriss: All dieser Phänomene hat sich schon Kästner angenommen. So produziert sein Professor Bumke „synthetische Menschen“, die schon erwachsen „mit Bärten und Busen“ geboren werden, weil Kindheit und Jugend doch nur Zeitverschwendung sind, und deren größter Vorteil ist, dass sie sich nicht mehr zu entwickeln brauchen. Und schon von Kästner stammt der zynische Hinweis: „Wer nicht zur Welt kommt, wird auch nicht arbeitslos.“ Ebenso wie heute gab es zu Kästners Zeiten die zu kurz Gekommenen, die er in seinem „Weihnachtslied, chemisch gereinigt“ tröstet: „Morgen, Kinder, wird's nichts geben! / Nur wer hat, kriegt noch geschenkt. / Mutter schenkte euch das Leben. / Das genügt, wenn man's bedenkt. / Einmal kommt auch eure Zeit. / Morgen ist's noch nicht soweit. / Doch ihr dürft nicht traurig werden. / Reiche haben Armut gern. / Gänsebraten macht Beschwerden. / Puppen sind nicht mehr modern. / Morgen kommt der Weihnachtsmann. / Allerdings nur nebenan.“ Die, denen es besser geht, nimmt Kästner – wie von Georgi vorgetragen – in „Ansprache an Millionäre“ in die Pflicht: „Ihr seid die Herren von Maschinen und Ländern. / Ihr habt das Geld und die Macht genommen. / Warum wollt ihr die Welt nicht ändern, / bevor sie kommen? / Die Welt verbessern und dran verdienen – / das lohnt, drüber nachzudenken.“ Die damaligen Bankiers und heutigen Banker bekommen ihr Fett in „Hymne an die Bankiers“ weg: „Das Geld wird flüssig. Das Geld wird knapp. / Sie machen das ganz nach Bedarf. / Und schneiden den andern die Hälse ab. / Papier ist manchmal scharf. (...) Sie haben nur eine Sympathie. / Sie lieben das Geld. Und das Geld liebt sie. / (Doch einmal macht jeder Bankrott!)“ Nebenbei sparte Hans Georgi, den Meinolf Bauschulte musikalisch begleitete, nicht mit treffenden Spitzen gegen die Tagespolitik und machte außerdem das Publikum in kleinen Episoden mit Erich Kästners Lebenslauf vertraut. Nach diesem unterhaltsamen, gleichermaßen vergnüglichen wie nachdenklichen Abend auf hohem kabarettistischen Niveau war es nur folgerichtig, dass Hans Georgi den am Ende reichlich gespendeten Applaus ausdrücklich auch Erich Kästner widmete. Eb , 18.05.2009 ZurückDas könnte Sie auch interessieren:Junge Union Wallenhorst diskutierte Thema Organspende im Hollager HofInitiative für gesundes Essen unter Schirmherrschaft von TV-Starkoch Nelson MüllerPartystimmung und Public ViewingIm Laufschritt von Kreisel zu KreiselAls der Erdfall noch vom Düvel kamGeld aus Thermografie-Aktion kommen Spendenkonto zuguteAusstellung zum Wohnen im Alter im Rathaus eröffnetGuido Pott: „Der Kindergarten St. Johannes setzt neue Standards“Zwei alte Spielplätze in neuem GlanzWirtschaftsförderung des Landkreises bietet Beratungstermine im Mai anViel Besuch im bunten Kindergarten - Umbau von St. Johannes Hollage eingeweihtSieben Jungen und Mädchen gestalteten Zukunftstag bei der Gemeinde Wallenhorst |
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